(0 Bewertungen, Durchschnitt 0 von 5)
Geschichte

CDU in der DDR

Die CDU in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) wurde am 22. Juli 1945 gegründet. Erster Vorsitzender wurde Andreas Hermes. Am 19. Dezember 1945 wurden Hermes und sein Stellvertreter auf Druck der sowjetischen Militär-Administration in Deutschland (SMAD) wegen ihrer Kritik an der Bodenreform in den sowjetisch besetzten Gebieten wieder abgesetzt. Am 4. Januar 1946 übernehmen dann Jakob Kaiser und Ernst Lemmer die "Reichsleitung" der CDU Berlin.

Im März 1946 gründet sich in Berlin ein. Ein "Arbeitsausschuss Junge Union für die SBZ und Berlin". Im Juni und September 1946 finden die ersten Parteitage der Ost-CDU statt. Die erste Zusammenkunft steht unter dem Motto "Sozialismus aus christlicher Verantwortung". Im Dezember schließlich werden die Berliner CDU-Vorsitzenden Kaiser und Lemmer von der SMAD abgesetzt, weil sie sich weigern, an der Volkskongressbewegung teilzunehmen.

Kaiser und Lemmer versuchen daraufhin aus den freien drei Westsektoren Berlins heraus Einfluss auf die Ost-CDU zu nehmen. Der Druck auf die Ost-CDU nimmt im folgenden immer weiter zu. Im September 1949 wird Gerald Götting zum Generalsekretär der Ost-CDU berufen und auf dem 3. Parteitag in Erfurt Otto Nuschke zum Parteivorsitzenden gewählt. Im November 1949 bekennt sich die CDU in der SBZ schließlich zur DDR, im Jahr 1954 zur "Einheit aller fortschrittlichen Kräfte im Demokratischen Block".

Die durch sowjetischen Druck abgesetzten und verfolgten Mitglieder der CDU gründen in den Jahren 1950/51 die so genannte "Exil-CDU". Jakob Kaiser erklärt, dass die Bundesregierung entschlossen sei, sich mit der Wiedervereinigung nicht die Bolschewisierung Deutschlands bescheren zu lassen. Adenauer betont, Ziel seiner Politik sei die Wiederherstellung der deutschen Einheit in Frieden und Freiheit. Die Einheit müsse sich auch auf das Deutschland jenseits der Oder und Neiße erstrecken.

Jakob Kaiser wird zum 1., Ernst Lemmer zum 2. Vorsitzenden der Exil-CDU gewählt. In einer Resolution fordern die Teilnehmer alle Deutschen in Ost und West auf, sich im Widerstand gegen die kommunistische Diktatur zu vereinen.

Die Ost-CDU wird erst nach dem Mauerfall 1989 wieder vollständig selbstständig, tritt aus dem "Demokratischen Block" aus und bekennt sich nun zu Sozialer Marktwirtschaft und der Enheit der Deutschen Nation. Neuer Vorsitzender wird Lothar de Maiziere. Gemeinsam mit der "Allianz für Deutschland" gewinnt die Ost-CDU die ersten freien Wahlen in der DDR und tritt am Vorabend der Deutschen Einheit Anfang Oktober 1990 der Christlich Demokratischen Union Deutschlands bei.

Ähnliche Einträge